In den meisten Studien zu therapeutischem und kosmetischem Ultraschall wurden keine oder nur leichte, vorübergehende Nebenwirkungen beobachtet. Das liegt auch daran, dass Fachleute bestimmte Situationen von vornherein ausschließen. Diese sogenannten Kontraindikationen oder Gegenanzeigen sollte jede Person kennen, die Ultraschall anwendet oder anwenden lässt.
Allgemeine Gegenanzeigen
Die folgenden Punkte werden in Fachliteratur, Empfehlungen der Strahlenschutzkommission und Gebrauchsanweisungen häufig genannt. Die Liste ersetzt nicht die Angaben des jeweiligen Geräts.
- Schwangerschaft: keine Anwendung im Bereich von Bauch und Becken. Nicht-medizinischer Ultraschall an Schwangeren ist in Deutschland nicht zulässig.
- Aktive Implantate: etwa Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren, insbesondere in deren Nähe.
- Augen: keine Anwendung direkt auf den Augen oder Augenlidern.
- Tumoren: keine Anwendung über bekannten bösartigen Veränderungen.
- Offene Wunden, Entzündungen, Infektionen: keine Anwendung auf verletzter, akut entzündeter oder infizierter Haut.
- Durchblutungsstörungen und Thrombosen: keine Anwendung über Gefäßen mit bekannter Thrombose.
- Gestörtes Empfinden: Wer Wärme oder Schmerz an der Stelle nicht zuverlässig spürt, bemerkt Überwärmung möglicherweise nicht.
- Kinder und Jugendliche: Wachstumsfugen gelten als empfindlich, Altersvorgaben der Hersteller sind zu beachten.
Bei Metallimplantaten, frischen Filler- oder Botox-Behandlungen, Hauterkrankungen oder unklaren Hautveränderungen ist vorab eine ärztliche Rücksprache sinnvoll.
Grundregeln für die Anwendung
- Immer mit Kontaktgel: Es überträgt den Schall und verhindert Lufteinschlüsse.
- Schallkopf bewegen: Ruhiges, gleichmäßiges Führen verhindert, dass sich Wärme an einer Stelle staut.
- Vorgaben einhalten: Programm, Dauer und Häufigkeit richten sich nach der Gebrauchsanweisung. Mehr ist nicht automatisch besser.
- Auf die Haut hören: Bei Brennen, Schmerz, starker Rötung oder ungewohnten Reaktionen die Anwendung unterbrechen.
- Hygiene: Schallkopf nach jeder Anwendung nach Herstellerangaben reinigen.
Was bei fokussiertem Ultraschall hinzukommt
Bei fokussiertem Ultraschall in der Arztpraxis sind vorübergehende Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit häufig. Übersichtsarbeiten beschreiben selten auch Taubheitsgefühle, Blutergüsse oder kleine Verbrennungen. Eine Expertengruppe hat für diese Verfahren Sicherheitsempfehlungen formuliert, etwa zur Wahl der Behandlungstiefe und zur Schonung von Nerven im Gesicht.
Im Zweifel nachfragen
Wer eine Vorerkrankung hat, Medikamente nimmt, die die Haut empfindlicher machen, oder unsicher ist, klärt die Anwendung vorher ärztlich ab. Das gilt besonders bei anhaltenden oder neu aufgetretenen Hautveränderungen.



